{"id":355,"date":"2020-10-03T15:24:18","date_gmt":"2020-10-03T13:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.smartpix.eu\/magx\/?p=355"},"modified":"2020-10-05T07:11:37","modified_gmt":"2020-10-05T05:11:37","slug":"eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smartpix.eu\/magx\/eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t5\/","title":{"rendered":"Eine Reise mit dem Rucksack um die Welt T5"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Warum tat ich nicht das, was fast alle meine Freunde und Schulkameraden taten? Zuletzt konnte ich \u00fcberhaupt keine vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnde mehr f\u00fcr die Reise finden und da wusste ich, dass es an der Zeit war,\u00a0 loszuziehen. Wenn ich jetzt nicht wegkomme, dann nie mehr dachte ich. Auch wenn die Jahreszeit nicht gerade g\u00fcnstig f\u00fcr eine Tramperreise war, immerhin hatten wir bereits September und die N\u00e4chte wurden schon verflixt kalt, stand ich nun allein an der Rastst\u00e4tte. Wir hatten noch gemeinsam einen Kaffee getrunken. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meine\u00a0 Freunde hatte ich\u00a0 dann weggeschickt, weil ich mich ein wenig sch\u00e4mte, die Leute anzusprechen. Es kostet mich ganz sch\u00f6n \u00dcberwindung, fremde Menschen um etwas zu bitten und sei es auch nur um die Mitnahme bis zu einem vereinbarten Ort. Ich setzte mich erst noch einmal rein und fummelte an meinem Rucksack herum, obwohl gar nichts in Ordnung zu bringen war. Vielleicht hatte ich die Hoffnung, dass mir irgendjemand von sich aus anbot, bei ihm mitzufahren. Doch darauf konnte ich lange warten. Nein, ich musste die Initiative ergreifen, sonst w\u00fcrde ich hier verschimmeln. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich tat einen ersten zaghaften Versuch. Ein Urlauber machte ein freundliches Gesicht, deutete dann aber auf sein vollbesetztes Auto und zuckte mit den Schultern. Ein Anfang war gemacht. Und so schlimm war es gar nicht. Ich machte weiter. Ich konnte nur gewinnen. Eine Absage nach der anderen bekam ich und nahm es anfangs noch pers\u00f6nlich. Sah ich denn so schlecht aus? Musste man Angst vor mir haben? Merkte man nicht, dass ich viel mehr Angst hatte als alle anderen? Ich beobachte die Leute, um herauszufinden, bei wem ich die gr\u00f6\u00dften Chancen h\u00e4tte. Aber ich dachte, wenn ich alle anquatsche, dann ist meine Chance gr\u00f6\u00dfer mitgenommen zu werden. Ich schaute ungeduldig auf die Uhr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwei Stunden war ich bereits hier und konnte mich nur mit dem Gedanken tr\u00f6sten, dass mir ab jetzt die Welt offen stand. Ich versuchte etwas von der Zukunft zu erahnen, die mir bevorstand. Ich hielt meine Nase in den\u00a0 Kaffee\u2011 und Rauchgeschw\u00e4ngerten Dunst der Autobahnrastst\u00e4tte. Ich musste mal auf Toilette gehen und schon wurde mir bewusst, dass ich ein Problem hatte. Wo sollte ich hin mit meinem 60 Liter\u2011Rucksack? Ich versuchte ihn mitzunehmen, was sich aber als schwierig herausstellen sollte. Es war das erste Mal, dass mir richtig bewusst wurde, das all meine Habe in diesem Rucksack war. Schlie\u00dflich lie\u00df ich ihn so vor der T\u00fcr\u00a0 stehen, dass ich seinen Schatten unter der T\u00fcr noch sehen konnte. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich ahnte, dass ich mit diesem Problem demn\u00e4chst \u00f6fters zu k\u00e4mpfen h\u00e4tte. Nachdem ich mich so erleichtert hatte, nahm ich einen neuen Anlauf. Ich ging hinaus um dort LKW\u2011Fahrer zu erwischen, die ich fragen konnte. Niemals h\u00e4tte ich mir die Bl\u00f6\u00dfe gegeben und w\u00e4re umgekehrt. Zu gro\u00df w\u00e4re die Schande gewesen. Allen wollte ich es beweisen. Was eigentlich?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum tat ich nicht das, was fast alle meine Freunde und Schulkameraden taten? Zuletzt konnte ich \u00fcberhaupt keine vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnde mehr f\u00fcr die Reise finden und da wusste ich, dass es an der Zeit war,\u00a0 loszuziehen. Wenn ich jetzt nicht wegkomme, dann nie mehr dachte ich. 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