{"id":405,"date":"2020-10-04T09:54:41","date_gmt":"2020-10-04T07:54:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.smartpix.eu\/magx\/?p=405"},"modified":"2020-10-04T10:29:02","modified_gmt":"2020-10-04T08:29:02","slug":"eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smartpix.eu\/magx\/eine-reise-mit-dem-rucksack-durch-westeuropa-t28\/","title":{"rendered":"Eine Reise mit dem Rucksack um die Welt T28"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ich bin froh, dass die Leute vorbeifahren, die mich nicht mitnehmen wollen. Es w\u00e4re f\u00fcrchterlich, wenn ich bei ihnen mitfahren m\u00fcsste. \u00dcberwiegend halten junge Leute an (so bis 35 Jahre), eher selten auch \u00e4ltere. Irgendwie bin ich immer wieder aufs Neue erstaunt, dass es doch noch weitergeht. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie schon gesagt, Lebensphilosophie eben. Den schnellsten Lift bekam ich nach 5 Minuten, w\u00e4hrend ich auch schon mal sechs (6!!) Stunden auf einen Lift warten musste. Nat\u00fcrlich passiert unterwegs auch Kurioses, so waren zum Beispiel die \u00e4ltesten Konkurrenten, die ich jemals beim trampen hatte, ein Ehepaar irgendwo zwischen 65 und 80 Jahre alt. Tapfer, tapfer. Und da stelle ich mich wegen der paar Blasen an. Lebensphilosophie! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nicht umsonst hei\u00dft es im Volksmund: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben (erz\u00e4hlen). Jetzt da ich wieder alleine reise, muss ich mich zur Disziplin zwingen, denn ich merke, dass ich schlampig werde. Das macht sich bemerkbar in der Wahl des Zimmers, Preise sind einem irgendwie egal und man hat sowieso nicht unbedingt einen Bezug dazu. Ich f\u00fchle mich wie ein St\u00fcck Treibholz auf wilden Stromschnellen, magisch angezogen vom immer lauter werdenden Wasserfall. Nur Selbstdisziplin kann mich vorm Untergang noch retten. Ich erinnere mich daran, dass Peter und ich uns immer sehr w\u00e4hlerisch gegeben haben in der Wahl des Zimmers, der Restaurants und auch der M\u00e4dchen. Schade, aber die Zeit ist vorbei. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich versuche, dass wichtigste hin\u00fcberzuretten und mir Selbstdisziplin aufzuerlegen. Vielleicht beginnt an der Algarve ja eine neue Zeit zu zweit. Zukunft ich komme. Gerade habe ich mir eine paar spanische Ausdr\u00fccke angew\u00f6hnt und schon geht es nach Portugal mit einer anderen Sprache. So ist es immer gewesen, aber ich mache diese Reise ja auch nicht als Sprachreise, sondern als Selbsterfahrungstrip. &#8222;Nach innen geht die geheimnisvolle Reise.&#8220; wusste mein Deutschlehrer mir ein Novalis-Zitat mit auf den Weg zu geben. Und so langsam begreife ich die Worte. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am Anfang meiner Reise wusste ich nicht, warum ich unbedingt losziehen musste. Ich wusste damals nur, dass ich gehen musste. So ganz allm\u00e4hlich sp\u00fcre ich den Grund f\u00fcr diese Reise. Es ist eine Reise zu mir selbst. Ich m\u00f6chte mich finden. Ich m\u00f6chte wissen, wo und wie ich in der Welt stehe. Ich m\u00f6chte Erfahrungen sammeln und sehen und f\u00fcr mich entscheiden, wo ich leben m\u00f6chte. Wie kann man f\u00fcr sich entscheiden, wo man leben m\u00f6chte, wenn man au\u00dfer seinem Heimatland nichts gesehen hat? Woher wei\u00df ich denn, ob das alles stimmt, was mir die Lehrer jahrelang erz\u00e4hlt haben, wenn ich es nicht nachpr\u00fcfe? Nat\u00fcrlich kann das nur jeder f\u00fcr sich entscheiden, aber genau das ist ein Aspekt meiner Reise. Jahrelang wurde ich in der Schule mit Wissen vollgestopft, bis ich fast \u00fcberlaufen sollte. Erfahrungen hingegen muss man selber machen, die kann man sich nicht erz\u00e4hlen oder vorleben lassen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin froh, dass die Leute vorbeifahren, die mich nicht mitnehmen wollen. 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